Dillquilt

Im letzten Jahr habe ich eine große Schachtel Baumwollstoffe geschenkt bekommen. Auch Patchworkstoffe, mit denen ich normalerweise arbeite, sind aus 100% Baumwolle, allerdings sind sie auf eine besondere Art gewebt, nämlich recht fest und dicht. Bei den geschenkten Stoffen waren unterschiedliche Qualitäten dabei, von Musselin über Jeans bis hin zu Hemdenstoff, außerdem waren einige Uni, andere dezent, wieder andere stark gemustert. Trotzdem paßten die meisten Stoffe sehr gut zueinander. Ich entschied mich für das traditionelle Irish Chain Muster, das zudem sehr einfach zu nähen ist – Ninepatches und große Uniblöcke wechseln sich ab. Um das Ganze etwas zu beruhigen, habe ich einen grünen Uni dazugenommen, und zwar den Stoff „Dill“ von Moda (daher auch der Quiltname, naturellement).

Leider kommt das Muster nicht ganz so gut zur Geltung, wie es das tun würde, wenn ich nur zwei Stoffe verwendet oder mehr auf die Tonalität der Stoffe geachtet hätte. Da ich aber möglichst viel von dem geschenkten Stoff wegbrauchen wollte, kann ich damit leben.

Um das Mittelteil herum habe ich noch eine Bordüre aus buntem, dann eine aus Unistoff genäht, damit das Binding, das ich aus Resten gestückelt habe, gut zur Geltung kommt. Insgesamt ist der Quilt etwa 1,60 x 2,20 m groß. Gequiltet habe ich ihn auf der Maschine, mit einem einfachen Freemotionmuster. Die Rückseite besteht aus dunkelblauem Flanell, das heißt, der Quilt ist auch schön kuschelig.

Schrein für Eostre

Zu Ostara habe ich mich dieses Jahr mit einigen anderen Kunstschaffenden zu einem Swap verabredet, um füreinander Wundertüten mit Füllung zu machen. Bei der Auswahl dessen, was jeder von uns machen wollte, bei der Technik und auch bei den Goodies standen uns alle Möglichkeiten offen, da es keine Vorgaben gab. Ich habe mich ein bißchen in meinem Stash umgesehen und dort einige große und auch kleine (normalgroße^^) Streichholzschachteln gefunden. Mit denen hatte ich in der Vergangenheit schon öfter Altäre und Schreine zu unterschiedlichen Themen gebastelt und die Idee sprach mich jetzt auch direkt an.

Ich habe insgesamt drei Schreine für Eostre gebaut. In der Vergangenheit war es öfter so, daß ich mich nur schwer von meinem fertigen Kunstwerk für so einen Swap trennen konnte, daher bin ich dazu übergegangen, direkt zwei oder mehr Exemplare von etwas zu bauen, damit ich eins behalten kann 🙂 Die Arbeitsschritte für jeden Schrein waren dieselben:

  1. das Außenteil einer großen Streichholzschachtel aufschneiden und vermessen
  2. auf Aquarellpapier mit Aquarellfarbe je eine Tag- und eine Nachtszene malen (für die Seitenklappen des Schreins, als Symbol für die Tag-und-Nachtgleiche)
  3. das Innenteil einer großen Streichholzschachtel grundieren
  4. die Rückseite des Innenteils mit hübschem Papier bekleben
  5. die Ränder innendrin mit Acrylfarbe bemalen, danach die Außenseiten der inneren Schachtel bemalen
  6. die aufgeschnittene Außenschachtel bemalen und danach zum Teil (außen) mit Origamipapier bekleben
  7. Goldakzente mit Acrylfarbe setzen (Rahmen der äußeren und inneren Schachtel)
  8. alte Buchseite auf das hübsche Papier kleben
  9. Sonnenform aus dickerem Papier ausstanzen und mit Acrylfarbe golden anmalen, dann einkleben
  10. eine kleine Streichholzschachtel außen und innen braun grundieren, dann später nochmal braun überpinseln
  11. Aquarellpapier mit Aquarellfarbe braun grundieren, dann mit Acrylfarbe einen Pflanzenkeim aufmalen, der aus einem kleinen Erdhügel wächst
  12. Perle als Griff an die kleine Schachtel annähen
  13. Keim in das Innenteil der kleinen Schachtel kleben
  14. die kleine Schachtel mit Goldakzenten bemalen (Acrylfarbe)
  15. Seitenteile der kleinen Innenschachtel mit Pan Pastel farblos einreiben (damit sie besser gleiten)
  16. kleine Schachtel in die große Schachtel kleben
  17. aus Aquarellpapier eine kleine Bordüre schneiden, diese bemalen und zwischen kleiner Schachtel und großer Schachtel einkleben
  18. das Außenteil der großen Schachtel und deren Innenteil aneinanderkleben
  19. Bordüre mit Straßsteinen bekleben
  20. die Tag- und Nachtszene auf die Seitenteile des Außenteils kleben
  21. ein Gebet für Eostre schreiben, ausdrucken, rollen, zusammenbinden und hinter die Bordüre stecken

Ich habe nicht nachgehalten, wie viele Stunden ich insgesamt mit den Minischreinen beschäftigt war, aber insgesamt gewiß fünf oder sechs an unterschiedlichen Tagen. Wenn ich von Anfang an einen genauen Bauplan und eine ausgearbeitete Idee gehabt hätte, wäre es sicher schneller gegangen, aber mir gefällt es, meine Projekte zu entwickeln, während ich an ihnen arbeite.

Die Idee ist, daß man den Schrein zu unterschiedlichen Zwecken nutzen kann. Man könnte z.B. Gebete, Wünsche oder kleine Votivgaben hinter die straßsteingeschmückte Bordüre stecken. Man könnte den Schrein bei einem Ostara-Ritual nutzen, um die wachsende Kraft der Sonne zu symbolisieren, die das Leben in der Natur wiedererweckt (indem man den Keim in der kleinen Schachtel nach und nach herausschiebt). Man könnte in der kleinen Schachtel auch Spells verstecken, deren Erfüllung heranwachsen soll. Auf der kleinen Schachtel könnte man Bildnisse von Ostara, Mini-Hasen aus Fimo oder dergleichen platzieren. Man könnte vor dem Schrein Kerzen und Räucherwerk abbrennen, um die Zeitqualität von Ostara zu ehren. Ich könnte mir vorstellen, daß sich noch unzählige andere Sachen damit anfangen lassen.

Wenn man eine Kerze vor den Schrein stellt, glänzt die „Sonnenscheibe“. Mir gefällt diese Symbolik sehr.

Ich habe außerdem noch diesen Schrein in 2D in meinem Art Journal gemacht. Dieselben Farben habe ich auch für die Streichholzschachtelschreine benutzt.

Ostara 2023

Wenn ich Jahreskreisrituale plane, mache ich ein paar Tage vorher gern eine kurze schamanische Reise, bei der ich frage, wie ich das anstehende Fest begehen soll/darf/könnte. Mir geht es dabei darum, Impulse aus der Anderswelt zu berücksichtigen und zum Teil auch meine Komfortzone zu verlassen, andererseits möchte ich gern jedesmal etwas einbinden, das mich mit früheren Erfahrungen im rituellen Kontext verbindet. Diesmal bezogen sich die erhaltenen Informationen auf einen langfristig angelegten Zauber, der mich dabei unterstützen soll, ein langfristiges Ziel zu erreichen.

Aufgrund meiner Behinderung muß ich im Vorfeld eins Rituals oder Zaubers immer genau planen, welche Utensilien ich brauche, denn ich kann nicht mal eben aufspringen und etwas holen, das fehlt. Diesmal brauchte ich u.a.:

  • 6 ausgeblasene und innen gut getrocknete Eier
  • Acrylfarbe und Pinsel
  • Küchenkrepp
  • Schaschlikspieße
  • Eierkarton
  • ein Schraubglas mit etwas Wasser
  • Babyfeuchttücher (um die Hände zu reinigen)
  • eine Mischung aus verschiedenen Kräutern und Getreiden
  • goldene Perlen
  • Salz
  • Chilischoten
  • Schoko-Ostereier

Das Ritual war eigentlich für ungefähr zwei Stunden angelegt, allerdings zeigte sich, daß ich die Zeit, die die Farbe zum Trocknen benötigt hat, deutlich unterschätzt hatte, so daß ich den Zauber erst am Folgetag beendete und quasi zwischendrin das Ritual vorläufig beschließen mußte. Gegliedert war das Ritual wie folgt:

  • Anrufung/Kreis schließen
  • Reflexionen zu Ostara
  • kreativer Teil mit den Eiern
  • Trommeln/Reisen
  • Dank/Kreis öffnen
  • etwas essen

Bei den Anrufungen tue ich mich noch immer sehr schwer, auch wenn ich inzwischen jedes Jahreskreisfest seit Mittsommer 2022 gefeiert habe. Ich weiß noch nicht wieder, was sich für mich schlüssig anfühlt, und experimentiere daher ein wenig rum.

Beim kreativen Teil habe ich die Eier zunächst grundiert und dann verziert, schließlich gefüllt und dann verschlossen. Am Folgetag habe ich sie mit Trommeln aufgeladen und nun liegen sie noch eine Weile auf meinem Altar.

Nach dem Ritual war ich ziemlich erschöpft, weil es mich einfach sehr viel Kraft kostet, aufrecht im Bett zu sitzen, aber es war schön und sehr stimmig für mich.

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